Der Maulwurf – ein fleißiger Geselle im Untergrund

Der Maulwurf verbringt fast sein gesamtes Leben im Erdreich. Der ganzjährig geschützte Insektenfresser ein sehr nützliches Tier und hilft mit dem Anlegen von Gängen und Röhren unter der Erde, dass der Boden gut gelockert und durchlüftet wird.

Mit 13-15 cm Körperlänge ist er etwa so groß wie ein Goldhamster, wiegt ca. 100 g und kann 3-4 Jahre alt werden. Sein walzenförmiger Körper trägt einen schwarzen, kurzhaarigen, samtig weichen Pelz. Auffällig sind seine breiten, schaufelförmigen rosafarbenen Pfoten. Die nicht einmal stecknadelkopfgroßen Augen können hell und dunkel unterscheiden. Obwohl das Tier keine Ohrmuscheln besitzt, kann es ausgezeichnet hören. An der Nase mit dem hervorragenden Geruchssinn sitzen hochempfindliche Schnurrhaare.

Der Bauherr unter Tage fühlt sich außer in Nadelwäldern überall wohl. Dort arbeitet er unermüdlich an seinem unterirdischen Bau, welcher fast so groß ist wie ½ Fußballfeld. Die weit verzweigten, 200 m langen, Gänge liegen 10-50 cm tief unter der Erde.

Die Vorderpfoten dienen dem Maulwurf beim Bau als Werkzeug. Die Grabschaufeln mit den kräftigen Krallen lockern die Erde. So entstehen die 4 cm hohen und 5 cm breiten Maulwurfsgänge. Der Maulwurf kann in seinen Gängen sowohl vorwärts als auch rückwärts gehen. Tastsensoren am Schwanz melden ihm jedes Hindernis. Welch enorme Kraft der Tiefbauspezialist Maulwurf hat, zeigt die Tatsache, dass er das 25fache seines Körpergewichtes -rund 2,5 kg Erde- auf einmal nach oben schieben kann. Aus diesem Aushubmaterial entstehen die ungeliebten Maulwurfshügel mit einem Durchmesser von ca. 10-20 cm. Sie dienen der Abraumbeseitigung und Belüftung des Gangsystems.

Der tag- und nachtaktive „Meister Buddelflink“ ist ein ungeselliger Einzelgänger, der Artgenossen in seinem Revier nicht duldet. Nach ca. 4,5 h Arbeitszeit gönnt er sich meist 3,5 h Ruhepausen.

Der absoluter Fleischfresser ernährt sich von rein tierischer  Nahrung. Dies unterscheidet ihn von der Wühlmaus, welche Blumenzwiebeln, Pflanzenwurzeln und –knollen benagt oder vollständig auffrisst. Sein täglicher Nahrungsbedarf entspricht ungefähr seinem Körpergewicht! Vielerlei Kleingetier steht auf der Speisekarte: Regenwürmer, Engerlinge, Asseln, Tausendfüßler, Spinnen, Raupen, Laufkäfer, Nackt- und Gehäuseschnecken. Mit seinen spitzen Zähnen knackt er jedes noch so harte Schneckenhaus.

Maulwürfe setzen ausgehobene Erde als hohen Haufen direkt über den Gang. Darin findet man Reste von Bodeninsekten, aber niemals angenagte Wurzeln.

Gudrun Natschke
Igelschutzzentrum
NABU Landesverband Sachsen e.V.

Foto: dieter haugk © cossac / PIXELIO

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