Die Ringelnatter – ein exzellenter Schwimmer

Einer Schlange im Garten zu begegnen, das könnte im ersten Moment ein etwas schreckhaftes Erlebnis sein. Aber keine Angst, es handelt sich meist nur um eine Ringelnatter. Für den Menschen ist diese harmlose Natter vollkommen ungefährlich, sie besitzt keine Giftzähne und ist auch keine Würgeschlange. Fühlt sie sich bedroht, zischt sie lautstark oder stellt sich mit weit aufgerissenem Rachen und hängender Zunge tot, beißt allerdings äußerst selten.

Eine ausgewachsene Ringelnatter hat eine Länge bis zu 150 cm. Die an der Oberseite grauschwarz bis stahlblau gefärbte Schlange ist auffallend gekennzeichnet: gelbe Halbmonde am Hinterkopf, eine weiße Kehle und schwarze Querbinden an den Seiten und schwarze Flecke auf dem Rücken. Die Bauchseite ist meist weiß mit grauschwarzen Flecken gesprenkelt. Die Schuppen der Haut sind scharfkantig und geben dem Kriechtier am Boden den nötigen Halt.

Um interessante Gerüche aufzunehmen, züngelt die Schlange. Im Oberkiefer befindet sich ein Loch, durch welches sie ihre Zunge auch bei geschlossenem Maul herausstrecken kann. Die Schlange hält sich bevorzugt in feuchtem Gras, in Gräben und an den Ufern von Teichen mit reichem Pflanzenwuchs auf. Mitunter entdecken wir sie auch im Gartenteich, denn sie ist ein hervorragender Schwimmer und kann auch elegant tauchen.

Die scheue Ringelnatter ist sowohl am Tage als auch in der Dämmerung aktiv. Sie jagt besonders gern am frühen Morgen und verschlingt ihre Beute lebend. Ihre Hauptnahrung besteht aus kleinen Fischen, Kaulquappen, Fröschen und Molchen, die sie im Wasser und an Land fängt. Auch Schnecken werden gern verspeist.

Nur als leiser Naturbeobachter kann man die geschützte Natter beim Sonnenbaden am Teichrand sehen, denn bereits bei dem leisesten Geräusch flüchtet sie blitzschnell ins Wasser oder Gebüsch.

Zur Vermehrung werden im Juli/August bis zu 40 mattweiße Eier unter Laub, Moos oder im Komposthaufen abgelegt. Nach 2 Monaten schlüpfen dann die nur 20 cm langen Jungnattern.

Wenn Schlangen wachsen, häuten sie sich. In der Nähe des Teiches entdeckt man solch eine abgestreifte Außenhaut. Sie wird als „Natterhemd“ bezeichnet und meist eher gesehen, als die Ringelnatter selbst.

In der kalten Jahreszeit verkriecht sich die Schlange in frostfreie Erdhöhlen, unter Baumwurzeln oder in den Komposthaufen und fällt in die Winterstarre.

Gudrun Natschke
Igelschutzzentrum
NABU Landesverband Sachsen e.V.

 

Fotos: © Steffen / PIXELIO; © www.jenpix.de / PIXELIO

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