Der Igel - Pflegefall oder Outdoor-Profi?

Igel empfinden wir Menschen als niedliche Stacheltiere, die sich nachts in einem versteckten Winkel des Gartens schmatzend über Käfer und Schnecken her machen. Kein Wunder, dass der Igel mit seinen netten Knopfaugen bei Wintereinbruch gern "gerettet" wird. Einem Wildtier wie dem Igel ist dadurch jedoch nur im Ausnahmefall geholfen: Vielmehr kann der Igel durch mehr Natur in Städten und Dörfern am besten geschützt werden.

Steckbrief Igel

Der Igel trägt auf seinem Rücken ca. 8000 bis 10000 Stacheln, an Kopf und Bauch hat er ein dichtes Fell. Seine Sinnesorgane sind unterschiedlich ausgeprägt: das Sehvermögen ist schlecht, Gehör und Geruchssinn der stets feuchten Nase sind dagegen ausgezeichnet.

Was der Igel braucht

Der nützliche Kleinsäuger ist ein standorttreues Wildtier und fühlt sich dort wohl, wo es vielfältige Unterschlupfmöglichkeiten und ausreichend Nahrung gibt: in ruhigen Siedlungsgebieten, Gärten mit Büschen, aber auch in Parks oder auf Bauernhöfen, an Feldrainen und Waldrändern. Unter Lauben, Schuppen, Bretterstapeln und Kompost-, Laub- und Reisighaufen baut der Igel aus Gras, Moos, Blättern und kleinen Ästen relativ oberflächlich 10 bis 12 Sommernester. Der Lebensraum weiblicher Tiere beträgt etwa 20, der von männlichen Igeln 100 Hektar. Bei idealen Lebensbedingungen können Igel 5 bis 7 Jahre alt werden.

Speisekarte des Igels

Die dämmerungs- und nachtaktiven Tiere sind Insektenfresser. Laut schmatzend vertilgen sie Raupen, Regenwürmer, Schnecken, Käfer, Spinnen und Larven. Igel sollten stets Wasser trinken. Milch führt zu schweren Erkrankungen oder gar zum Tod des Igels. Im Herbst fressen sie sich Fettreserven an. Von Ende November bis April oder Mai halten sie Winterschlaf und leben in dieser Zeit auf »Sparflamme« in einem dichten, wind- und wettergeschützten Winternest.